Symposium: Mobilitätserhalt bei Menschen mit Conterganschäden

Am 23. und 24. September 2017 fand in Hamburg das Symposium unter dem Titel “Mobilitätserhalt bei Menschen mit Conterganschäden” statt. Hierfür wurde ich als Experte geladen, um einen Einblick in die Therapiemöglichkeiten von Personal Training und Sporttherapie zu geben. Der Titel meines Vortrags war “Personal Training - Benefit einer individualisierten Therapie”.

 

Die 220 Teilnehmer des Symposiums waren aus verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt (z.B. Australien, Japan, UK, etc.) zu Besuch, da der Wirkstoff Contergan zwischen 1957 und 1961 weltweit zu 10 000 Säuglingen mit fehlgebildeten Gliedmaßen führten. Die Menschen mit diesen Missbildungen sind heute daher 60 Jahre alt und haben mit verschiedenen körperlichen Beschwerden zu kämpfen. Durch missgebildete oder fehlende Gliedmaßen kommt es zu Dysbalancen im ganzen Bewegungsapparat, sodass viele dieser Patienten mit chronischen Schmerzen kämpfen.

 

Da die körperlichen Einschränkungen und Bedürfnisse sehr variieren, kann kein allgemeines Behandlungskonzept herangezogen werden. Personal Training und Sporttherapie bieten die Möglichkeit, ganz individualisiert auf jeden Patienten und seine Einschränkungen sowie deren Bedürfnisse einzugehen. So kann ganz lebensnah, Stichwort - Activity of Daily Living (ADL) und im persönlichen Umfeld trainiert werden, um die täglichen Herausforderungen zu bewältigen und Schmerzen zu reduzieren. So kann ein maximales Bewegungsspektrum  für die Patienten wiedergewonnen werden.

 

Das Symposium hat mir riesigen Spaß gemacht und ich konnte Kontakte zu verschiedensten Charakteren knüpfen. Ich war absolut begeistert von den beeindruckenden Menschen, wie Sie mit Ihren Einschränkungen umgehen und so ein nahezu normales Leben führen. Auch für das nächste Jahr ist wieder ein Seminar und Workshop mit Contergan Patienten geplant, wofür ich schon jetzt zugesagt habe. Ich freue mich schon jetzt darauf!

 

Symposium Mobilitätserhalt Contergan
Symposium Mobilitätserhalt Contergan

Leistungsdiagnostik am Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg

Um einen optimalen Trainingsprozess zu planen und zu garantieren, ist es empfehlenswert, von Zeit zu Zeit eine Leistungsdiagnostik vornehmen zu lassen. Anhand der ermittelten Werte kann danach das aktuelle Leistungsniveau bestimmt und ein Trainingsplan entwickelt werden.

 

Um optimal ins neue Jahr zu starten, war ich am Wochenende am Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg und habe mich von Kopf bis Fuß durchchecken lassen. Neben Herzecho, Lungenfunktion, Körperfettbestimmung und weiteren physischen Parametern habe ich dann eine Spirometrie auf dem Laufband durchlaufen - bis zur Ausbelastung. Bei einer Spirometrie wird ein Belastungs-EKG aufgenommen, der Gasaustausch anhand einer Atemmaske gemessen und in Stufen eine Laktatmessung durchgeführt.

  • 5 Minuten Aufwärmen bei 5 km/h
  • 3 Minuten Dauerlauf bei 10 km/h
  • 30 Sekunden Pause mit Laktatmessung
  • 3 Minuten Dauerlauf bei 12 km/h
  • 30 Sekunden Pause mit Laktatmessung
  • 3 Minuten Dauerlauf bei 14 km/h
  • 30 Sekunden Pause mit Laktatmessung
  • ...

So geht es weiter, bis an eine weitere Steigerung nicht mehr zu denken ist. Ich bin mit meinen Werten äußerst zufrieden, eine Mischung aus Ausdauer- und Schnellkraftsportler, genau das was ein Personal Trainer mit umfangreichem Angebot verkörpern sollte.

 

Sollten Sie Interesse an Informationen zu diesen Tests haben oder sich inklusive einer Analyse von Kopf bis Fuß durchchecken lassen wollen, dann rufen Sie einfach an oder schreiben Sie mir.

 

Ich stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Projekt zur Sicherung der medizinischen Versorgung von Contergangeschädigten

Letzte Woche wurde ich von Oberarzt Dr. Rudolf Beyer von der Schön Klinik Hamburg Eilbek kontaktiert. Dr. Beyer leitet das Projekt zur Sicherung der medizinischen Versorgung von Contergangeschädigten im Raum Hamburg und die dazugehörige Contergan-Sprechstunde.

 

Durch meine Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Kunden und Patienten ist mir schon lange bewusst, dass körperliche Einschränkungen eine große Zahl an Herausforderungen mit sich bringen. Es gibt zwar Unterschiede, ob diese angeboren oder im Laufe des Lebens erworben wurden, jedoch eines haben sie alle gemein: Um Folgeerkrankungen, sowohl des Bewegungs- und Herz-Kreislauf-Systems, als auch der psychischen Stabilität zu vermeiden, muss auf Bewegungsebene gegengesteuert werden. Die Patienten und Kunden müssen unbedingt beim Erlernen von "Handwerkszeug" für den Umgang und das Gegensteuern mit ihren Einschränkungen unterstützt werden!

 

Darüber waren ein Betroffener, Dr. Beyer und ich uns beim gestrigen Treffen sofort einig. Geplant ist , dass ich einen Vortrag zum Thema "Bewegung und körperliche Einschränkungen" beim 1. Hamburger Contergan-Symposium im September 2017 halte. Außerdem soll unsere Zusammenarbeit mit dem Ziel der sportlichen Betreuung von körperlich eingeschränkten Menschen intensiviert werden.

 

Ich hoffe und wünsche mir, dass sich schnell eine große Gruppe bildet und wir gemeinsam trainieren können!